Ausdauernde Feuerwehrleute holen im oberfränkischen Forchheim (D) den Weltrekord: Am 19./20. Dezember 2025 marschierten Kai Steinbrenner und Daniel Marschner mehr als 100 Kilometer mit vollständiger Schutzausrüstung und angeschlossenem Atemschutzgerät.
Die Motivation hinter ihrem Vorhaben war keineswegs der Wettkampf gegeneinander. Stattdessen wollten sie ein gemeinsames Zeichen für die Leistungsfähigkeit der Feuerwehren setzen sowie für Ehrenamt und Kameradschaft. Die Idee entstand, als Steinbrenner die Berichterstattung über eine solche Bestleistung in der Schweiz verfolgte. Er übernahm die Herausforderung, verstand sie aber als gemeinsames Statement: Feuerwehr funktioniert nur in Zusammenarbeit. Mit dem erfolgreichen Weltrekord wollte er zeigen, dass Top-Leistungen nur im Team möglich sind.
Non-Stop-Marsch-Weltrekord soll fallen
Bei ihrem Weltrekordversuch ging es um den »weitesten Non-Stop-Marsch in PSA mit angeschlossenem Atemschutzgerät (Einzel)«. Gemäß den Regeln müssen die vollständige Feuerwehrschutzausrüstung mit Stiefeln sowie ein Atemschutzgerät mit Gesichtsmaske getragen werden. Dieses muss angeschlossen sein, sodass die Rekordjäger ausschließlich darüber atmen. Dies ist körperlich nicht einfach und verursacht zudem einen hohen logistischen Aufwand, da die Sauerstoffflaschen regelmäßig gewechselt werden müssen. Dazu unterstützte ein Begleitfahrzeug der Feuerwehr die beiden auf der Strecke. Auch Sanitäter waren anwesend, um ihren Gesundheitszustand zu überwachen.
Am 19. Dezember, kurz vor 17 Uhr starteten Steinbrenner und Marschner den Weltrekordversuch auf dem Forchheimer Weihnachtsmarkt. Um die Schweizer Bestleistung zu überbieten, mussten sie mehr als 100 Kilometer zurücklegen. Ihr persönliches Ziel waren 112 Kilometer, um auf die wichtige Notrufnummer aufmerksam zu machen. Nach jeweils 30 Minuten durchgängiger Marschzeit verdiente sich das Duo eine Pause von 5 Minuten.
Zu Beginn legten sie eine hohe Geschwindigkeit vor. Doch konnten sie diese halten? Besonders in der Nacht wurde es schwierig. Niesel und Kälte sorgten für schwierige Bedingungen. Dazu schmerzende Füße von den unnachgiebigen Feuerwehrstiefeln. Doch sie hielten durch. Immer wieder begleiteten Kameraden sie auf ihrem Rundweg um Forchheim oder standen Spalier zum Anfeuern. Auch die bisherigen Rekordhalter gaben Unterstützung – ein Schweizer Feuerwehrmann lief sogar die letzten Kilometer mit.
Feierliche Rekordverkündung auf Weihnachtsmarkt
Auch RID-Rekordrichterin Laura Kuchenbecker war vor Ort, um sich selbst ein Bild zu machen. Am 20. Dezember um 14:50 Uhr beendeten beide Rekordjäger gleichzeitig ihren Rekordmarsch nach 105,1 Kilometern.
Unter großem Jubel zertifizierte Kuchenbecker mit dieser Distanz den »weitesten Non-Stop-Marsch in PSA mit angeschlossenem Atemschutzgerät (Einzel)«. Anschließend zeichnete sie die Neu-Rekordler sowie Josua Flierl, den 1. Vorsitzenden der Freiwilligen Feuerwehr Forchheim e.V. mit den RID-Rekordurkunden aus.Fotos: Feuerwehr Forchheim



