Der Rollator gilt landläufig als Zeichen der Einschränkung. Für Graziella Scaricamazza hat dieses Hilfsmittel allerdings eine ganz andere Symbolik. Demnach steht der Rollator für sie »sinnbildlich für Unabhängigkeit und Beweglichkeit – und eben nicht für Einschränkung.«
Um diese »Barrieren im Kopf« abzubauen, wollte die Leiterin der Begegnungsstätte Stadt Markgröningen (D, Baden-Württemberg) einen offiziellen Rekordversuch organisieren. Dafür wollte sie eine möglichst große Anzahl an Menschen mit Rollatoren nebeneinander versammeln, um gemeinsam den Weltrekord für die »längste Menschen-Kette mit Rollatoren« zu erzielen.
Senioren werden nicht im Regen stehen gelassen
Ursprünglich war der Rekordversuch auf dem Marktplatz geplant, das Wetter motivierte die Organisatoren jedoch zum Ortswechsel in die Stadthalle. Um 14:30 Uhr startete Bürgermeister Jens Hübner dort den Rekordversuch mit einer Trillerpfeife. Für einen Erfolg müssen die Rekordregeln eingehalten und der inoffizielle Rekord von 59 Menschen überboten werden, die 2025 in der brandenburgischen Kleinstadt Eberswalde eine Rollatorenkette gebildet hatten.
53,3 Meter lang – insgesamt 7.633 Lebensjahre
In Markgröningen beteiligen sich 77 Frauen und 15 Männer, die für die Dauer von 3 Minuten in einer lückenlosen Reihe nebeneinanderstehen, die Hände jeweils am eigenen Rollator.
Die ältesten Teilnehmerinnen waren stolze 96 Jahre alt, das Gesamtalter lag bei 7.633 Jahren. Und alle beteiligten sich voller Lebensfreude an dieser gemeinschaftsstiftenden Aktion, die »ein starkes, positives Zeichen für Mobilität, Teilhabe und das aktive Leben im Alter setzen« sollte, wie Graziella Scaricamazza erklärte.
Die Begegnungsstätte Stadt Markgröningen erzielte also am 26. September 2025 mit 92 Personen ganz offiziell den Weltrekord für die »längste Menschen-Kette mit Rollatoren«. Wir gratulieren!


