WESTFÄLISCHER FRIEDEN UND WELTREKORD IN OSNABRÜCK

on Oktober 26 | in POLITIK & GESELLSCHAFT, REKORDE | by | with No Comments

Seit 1948 gibt es die Tradition des Steckenpferdreitens in Osnabrück, der Stadt des Westfälischen Friedens. Erst im letzten Jahr wurde das dortige Rathaus mit dem Europäischen Kulturerbesiegel ausgezeichnet. Und in diesem Jahr hat das Stadtmarketing am 25. Oktober 2016 zum Weltrekordversuch für die nach Teilnehmern weltweit »größte Parade im Streckenpferdreiten« aufgerufen.

Die Steckenpferdreiter erinnern jedes Jahr an den Ritt der Friedensboten, die am 25. Oktober 1648 die Friedensbotschaft in alle Landesteile getragen haben sollen. Normalerweise dürfen an der Steckenpferdparade nur die Viertklässler der Osnabrücker Schulen auf selbstgebastelten Steckenpferden teilnehmen. Die Schüler beschäftigen sich bereits im Vorfeld im Unterricht mit den Themen »Stadtgeschichte und Frieden« und ziehen am Friedenstag durch die Altstadt zum Rathaus. Eine Ausnahme dieser Regel gab es allerdings in diesem Jahr, als jeder Bürger zum Weltrekordversuch die Gelegenheit erhielt, mit seinem »Pferd« über die Rathaustreppe zu reiten. Zu den 1.386 Viertklässlern gesellten sich weitere Steckenpferdreiter zum bestätigten Rekordendstand von 1.803 Teilnehmern.

Das Osnabrücker Rathaus ist 2015 mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet worden. Das Siegel wird Orten verliehen, die eine bedeutende Rolle in der Geschichte Europas gespielt haben. Der in den Rathäusern von Osnabrück und Münster über Verhandlungen geschlossene Westfälische Frieden legte erste Grundlagen für eine europäische Staatengemeinschaft.

Die Europäische Kommission legte bei der Verleihung des Kulturerbe-Siegels Wert darauf, dass das Bewusstsein junger Menschen für eine europäische Identität gestärkt wird. Das Steckenpferdreiten hält die Erinnerung an die Bedeutung des Westfälischen Friedens lebendig.

Fotos: Sven Christian Finke-Ennen

Pin It

Comments are closed.

« »

Scroll to top