»TISCHTENNIS-OMA« – MIT 93 JAHREN ZUR WM

on Februar 26 | in REKORDE, SPORT & SPIELE | by | with No Comments

Sie gibt Computerkurse für Senioren. Unter anderem.
Darüber hinaus wurde sie 2010 in China Tischtennis-Senioren-Weltmeisterin im Doppel, 2012 Vizeweltmeisterin in Schweden. Im Januar 2014 kam noch ein weiterer Titel hinzu:  Inge-Brigitte Herrmann aus Preetz (*9. April 1921, D) ist die »älteste aktive Tischtennisspielerin der Welt«.

Im Alter von 92 Jahren 290 Tagen übernahm sie diesen Titel von Dorothy De Low (AUS), die am 24. Januar 2014 im Alter von 103 Jahren gestorben war. Und die Szene ist klein: Bei der WM 2010 unterlag Dorothy De Low mit Ihrer Partnerin im Doppel noch dem deutschen Team Ursula Biehl und – Inge-Brigitte Herrmann. Diese merkt stolz an, dass sie es bei dieser Gelegenheit das erste Mal geschafft hatte, »Dot« zu schlagen.

»Mit diesen Wettkämpfen lernt man die Welt kennen. Ich wäre doch sonst nie auf die Idee gekommen nach China zu fahren. Das habe ich praktisch geschenkt gekriegt.«  

Bei der Senioren Tischtennis-WM im Mai 2014 in Auckland (NZ) rechnete sich Inge-Brigitte Herrmann allerdings keine Chancen aus. Die Gegnerinnen seien jünger und besser trainiert. Und in ihrem Alter mache jedes Jahr einen großen Unterschied aus.

»Ich will nicht spekulieren, sonst ärgere ich mich hinterher bloß«,
gab die »Tischtennis-Oma mit Killerinstinkt« im Vorfeld zu Protokoll.

Außerdem war ihre langjährige Doppelpartnerin Ursula Biehl erkrankt, und konnte nicht mitkommen zur WM nach Auckland. Mit dem kleinen, aus nur sieben Personen bestehenden Feld der Klasse »Ü85« wurde vor Ort kein Doppel gespielt. Und tatsächlich: Inge-Brigitte verliert ihre Spiele im Einzel, scheidet in der ersten Runde aus. Doch das dürfte sie nicht weiter stören:

»Ich mache das nicht, um ein Vorbild zu sein, sondern weil ich Spaß dran habe. 
Aber es wird mir immer wieder gesagt, von mir müsse man sich eine Scheibe abschneiden.«

Und genauso wenig wie die Erinnerungen an die vergangenen Erfolge, kann man Inge-Brigitte Herrmann eines nicht nehmen: Die offensichtliche Genugtuung, dass sie mit mehr als 93 Jahren immer noch allein und selbstbestimmt wohnt. Wenn auch in räumlicher Nähe zu einem Pflegeheim, das sich im selben Gebäude befindet wie ihre Wohnung. Für alle Fälle gewissermaßen:

»Sollte ich einmal ein Pflegefall werden, kann ich dort Leistung dazu buchen und brauche meine gewohnte Umgebung nicht zu verlassen.«

Nach unserem Eindruck wird das allerdings noch sehr lange dauern.
Wir wünschen Frau Herrmann, dass dies auch tatsächlich noch lange so bleibt.

Fotos: Nicole Klesy

 

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